Insgesamt waren 14 Verhandlungsrunden erforderlich, um sechs einheitliche Tarifvereinbarungen für alle Teilsektoren zu erreichen. Mit einer Inflationsrate von 0,7 % in den zwölf Monaten vor den Verhandlungen konnte eine Reallohnerhöhung von durchschnittlich 1 % erreicht werden. Die neuen Tarifverträge sind am 1. November 2016 in Kraft getreten. Die Tarifverträge gelten für alle Beschäftigten der Metallindustrie. Allerdings arbeiten rund 200.000 weitere Beschäftigte für kleine Handwerksbetriebe (Gewerbe), für die unterschiedliche Tarifverträge gelten. Sie wurden ebenfalls neu verhandelt und traten am 1. Januar 2017 mit einer Mindestlohnerhöhung von (durchschnittlich) 1,43 % und tatsächlichen Lohnerhöhungen von 1,33 % in Kraft. Ihr neuer monatlicher Mindestlohn beträgt 1.353,89 €. Im Herbst beginnen traditionell die jährlichen Tarifrunden in der Metallindustrie. Seit der Tarifrunde im Jahr 2012 haben alle sechs (subsektoralen) Arbeitgebergruppen getrennte Verhandlungen geführt. Bis dahin hatte eine Verhandlungsgemeinschaft die Arbeit 40 Jahre lang im Auftrag der Arbeitgeber ausgeübt.

Insgesamt fallen mehr als 180.000 Beschäftigte unter die jeweiligen Tarifverträge. Österreichs jährliche Herbstlohnverhandlungen führten zu nominalen Lohnerhöhungen von 1% bis 2% (real etwa 1%, Korrektur der Inflation). Tarifverträge und Lohnerhöhungen wurden in der Metallindustrie, im Einzelhandel, im öffentlichen Sektor, in der Leiharbeit und in mehreren Branchen der Agrar- und Lebensmittelindustrie ausgehandelt. Die fünf anderen Teilsektoren der Metallindustrie (Bergbau und Stahl- und Stahl-, Gas- und Heizungsversorgung, Automobil, Gießerei und NE-Metall) haben ihre Verhandlungen innerhalb von 11 Tagen nach dem FMMI-Deal abgeschlossen. Ähnliche Ergebnisse wurden in anderen Sektoren erzielt, in denen in den folgenden Wochen Vereinbarungen geschlossen wurden. Mitte Januar wurde eine Erhöhung der Mindest- und Tatsächlichen Löhne um 1,3 % für die 100.000 Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitswesen ausgehandelt. Darüber hinaus wurden Verbesserungen der Rahmenbedingungen erreicht, wie die Aufnahme eines Rechtsanspruchs auf Vaterschaftsurlaub mit Kündigungsschutz oder die volle Anerkennung eines dritten Urlaubsjahres für jedes Kind in Bezug auf Lohnansprüche, die von der Dauer des Dienstes abhängig sind. Zu Beginn der Tarifrunde hatten die Gewerkschaften GPA-djp und vida eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche mit vollem Lohn- und Personalausgleich gefordert. Es wurde keine Einigung über dieses Thema erzielt, aber im April sollen gesonderte Verhandlungen aufgenommen werden. Der größte Teilsektor ist die Maschinen- und Metallindustrie mit 120.000 Beschäftigten, die immer die sektoralen Tarifrunden einleitet. Verhandlungspartner auf Arbeitgeberseite war der Verband der Österreichischen Maschinen- und Metallindustrie (FMMI).

Auf der Arbeitnehmerseite standen Gewerkschaften, die zwei verschiedene Arten von Arbeitnehmern repräsentierten – die Gewerkschaft der Angestellten, Journalisten und Grafischen Arbeitnehmer (GPA-djp) und die Arbeitergewerkschaft Österreichische Industriebetriebe (PROGE). Im Allgemeinen bewegen sich die ausgehandelten Lohnerhöhungen in etwa auf dem niveau, das im Herbst 2015 ausgehandelt wurde (z. B. Mindestlohnerhöhungen von 1,5 % in der metallverarbeitenden Industrie und im Einzelhandel und 1,3 % für Beschäftigte im öffentlichen Dienst).